Die Kaiserbäder auf der Insel Usedom

Seebrücke Ahlbeck

Die beeindruckende Natur der Ostseeinsel Usedom und des Peenestromufers ziehen jedes Jahr Tausende Urlaubsgäste in ihren Bann. Die beliebte Tourismusregion umfasst den seit Ende der 1990-er Jahre bestehenden Naturpark mit einer Gesamtfläche von rund 632 Quadratkilometern. Highlights bei jedem Aufenthalt und Besuch sind die drei Käiserbäder Usedom, welche immer noch vom ganz besonderen wilhelminischen Charme am Beginn des 20. Jahrhunderts zeugen. In Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin ist das Flair und der Glanz der alten, mondänen Seebädertradition an der Ostseeküste längst wieder neu entfacht.


Kaiserbäder Ostsee – Seebad Heringsdorf

Die Geschichte der Seebäder Usedoms nahm ihren Ursprung bereits um das Jahr 1817. Die Gebrüder von Bülow waren zuständig für die reichhaltige Forstwirtschaft im Nordosten der Insel und verpachteten nebenher Land an hiesige Heringsfischer. Bei einem Besuch des preußischen Königs und dessen Sohn soll der Kronprinz den kleinen Fischerort kurzerhand Heringsdorf getauft haben. Der lang gehegte Plan Georg Bernhard von Bülows, den herrlich gelegenen Flecken Erde in ein Seebad zu verwandeln, verstärkte sich und wurde später durch die logistische Mithilfe der Brüder Dellbrück Realität. Um 1870 entstanden die wichtige touristische Infrastruktur und die ersten Villen. Nach und nach entwickelte Heringsdorf seinen heute wieder gewonnenen typischen Charme mit der klassischen Seebäderarchitektur. Der Ort wurde zur beliebtesten „Badewanne“ der feinen Berliner Gesellschaft und neben dem Deutschen Kaiser flanierten Diplomatenfamilien, Bankiers und der preußische Hochadel die prachtvolle Promenade entlang.

Seebrücke Heringsdorf © KaiserbäderTourismusService GmbH/Michael Gielnik

Liebevoll saniert beeindrucken auch heute die wilhelminischen Villen, Hotels und Pensionen den Badeort. Als Ausgangspunkt der drei schönen Schwestern, also zusammen mit den Seebädern Ahlbeck und Bansin, ist Heringsdorf eine wahre touristische Perle für den Urlaub an der deutschen Ostseeküste. Die 1995 neu entstandene Seebrücke hat nichts mehr mit der einstigen Vorgängerin zu tun und ist mit einer Gesamtlänge von 508 Metern die längste ihrer Art innerhalb Kontinentaleuropas. Als eines der absoluten Highlights unter den Heringsdorfer Sehenswürdigkeiten ist die Seebrücke zur Ostseeseite an vielen Bereichen überdacht und verfügt am Ende über einen Schiffsanleger und ein äußerst attraktives Restaurant. Zur Landseite wurde in einem Teilstück ein Gebäudekomplex integriert, der besonders noble Ferienwohnungen beinhaltet. Zahlreiche Geschäfte, ein Kino und das Muschelmuseum ergänzen den Seebrückenabschnitt. Die längste Strandpromenade Europas verbindet alle drei Kaiserbäder und führt bis zum polnischen Swinemünde.


Das Seeheilbad Ahlbeck

Blick auf die Ahlbecker Seebrücke
© Usedom Tourismus GmbH/Dirk Bleyer (für die Verwendung auf Postkarten bis 01.03.2025 gesperrt)

Das zur Gemeinde Heringsdorf gehörende Ahlbeck ist neben der Strandpromenade auch mit der Usedomer Bäderbahn erreichbar. Im westlichen Ortseingang des prachtvollen Badeortes liegt das Wildparkareal mit dem Baumwipfelpfad, welches einen wunderbaren Eindruck von der einstigen waldreichen Beschaffenheit der Region vermittelt. Der Kur- und Heilwald ist ein überaus beliebtes Wandergebiet. Im westlichen Teil Ahlbecks befindet sich auch die Ostseetherme, die neben Sauna-Welt und Wellness-Oase auch ein herrliches Erlebnisbad für Familien mit Kindern darstellt. Ahlbeck ist Kurort mit vielen ganzheitlichen Anwendungsmöglichkeiten, besticht durch viele prächtige Gebäude in der klassischen Kaiserbäderarchitektur, charmante Geschäfte, Restaurants und Cafés, aber beinhaltet auch viele Angebote für den Familien- oder Individualurlaub. Der breite Badestrand bietet an vielen Stellen ausreichenden Freiraum für sportliche Betätigung. Die 280 Meter lange Seebrücke führt zu einer großflächigen Plattform mit Open Air-Bühne, Schiffsanleger und Gastronomiepavillon. Die jährlich stattfindende Sandskulpturenausstellung versteht es, die Gäste genauso zu begeistern wie das vielfältige Angebot von Freizeitaktivitäten.


Das Seebad Bansin


Seebrücke Bansin mit Blick auf die Bergstraße, © KaiserbäderTourismusService GmbH/Michael Gielnik

Im Westen von Heringsdorf liegt das ebenfalls zur Gemeinde zählende Ostseebad Bansin. Auch hier fand nach der deutschen Wiedervereinigung Anfang der 1990er-Jahre eine umfangreiche städtebauliche Sanierung der wunderschönen Altbauvillen, Pensionen und Hotelanlagen statt. Etliche stilgerechte Neubauten, darunter auch die Seebrücke, die über keine zusätzlichen Brücken- oder Landgebäude verfügt. Von hier legen alle Bäderschiffe der Adler-Linie ab. Mit seinem Bade- , FKK-und Hundestrand sowie dem kleinen Schloonsee, wirkt vielleicht nicht so pompös wie die anderen zwei Kaiserbäder, doch das eigenständige Flair ist auch hier stets zu spüren. In der Villa Irmgard, erbaut im Jahr 1906 im Stile des Neoklassizismus, hat das Heimatmuseum seinen Sitz und das direkt an der Strandpromenade liegende Café Asgard ist das älteste Kaffeehaus auf der gesamten Insel. Besonders mit den kleinen Urlaubsgästen immer einen Besuch wert ist das Tropenhaus Bansin, ein Kleintierzoo mit rund 150 zumeist exotischen Tierarten und einem tollen Dschungelspielplatz. Entlang der Meereslinie in Richtung Nordwesten befindet sich ein naturnahes Wandergebiet, das bis zur Steilküste führt.


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